Der Schützenverein Sielhorst e.V.

Wappen

Schützenverein Sielhorst

Bild: Schützenverein  1999
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E-mail: Schuetzenverein@Sielhorst.de

Zur Historie des Vereins

Gegründet wurde der Schützenverein Sielhorst offiziell in einer Versammlung beim Gastwirt August Wagenfeld am 12. September 1925 mit anschließender Annahme der Vereinssatzung. Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinrich Röhe Nr. 76 gewählt.
   Bereits am 20. September 1925 fand das erste Königsschießen auf Scheibe statt. Die besten 12 Schützen rangen um die Königswürde und zum ersten Sielhorster Schützenkönig wurde Christian Schwarze Nr. 81 proklamiert.

Der Anfang war gemacht

Der Anfang war gemacht und ein recht bescheidener dazu, erhielt doch der König als Zeichen seiner Würde eine Rose und 10 Mark aus der Kasse des Vereins überreicht.
   Nun hatten die Sielhorster Bürger einen Schützenverein ins Leben gerufen, man zählte bereits 72 Mitglieder und ein Schützenkönig war ermittelt. Was fehlte, war natürlich eine zünftige Schützenfeier.
   Das erste ordentliche Schützenfest, auch Stiftungsfest genannt, feierten die Sielhorster Schützen am 13. Juni 1926 beim damaligen Vereinswirt August Wagenfeld und am 18. Mai 1931 fand verbunden mit dem Schützenfest die Fahnenweihe in Sielhorst statt, an der 11 Gastvereine teilnahmen.
   Es gab in der Vereinsgeschichte auch Zeiten, in denen man auf das alljährliche Sommerfest verzichten mußte: so wird berichtet, daß im Jahre 1935 ein Hagelschlag die gesamte Ernte vernichtete. Es entstand für damalige Verhältnisse ein unermeßlicher Schaden, so daß niemand Gefallen an einem Fest empfand.
   Während der Zeit des 2. Weltkrieges und in den ersten Jahren der Nachkriegszeit kam wie in anderen Vereinen auch das Vereinsleben gänzlich zum Erliegen. Wilhelm Mönkedieck, Schützenkönig des Jahres 1939 blieb durch diesen Umstand bis zum Jahre 1949 im Amt und ging damit als der am längsten amtierende König in die Sielhorster Schützenvereinsgeschichte ein.
   Die erste Mitgliederversammlung unseres Vereins nach den Kriegswirren wurde am 08. Januar 1949 abgehalten und man beschloß, den Verein in seiner alten Form aufleben zu lassen.

Der erste Jungschützenkönig

Am 20. August 1949 schoß man wieder einen König aus oder besser gesagt Könige aus, denn von nun an mischten auch die Jungschützen im Königsreigen mit. Hermann Summann durfte sich "der erste Jungschützenkönig von Sielhorst" nennen. Heinrich Drunagel sen. sicherte sich in diesem Jahr die Altkönigswürde.
   Feuerwaffen waren von den Besatzungsmächten verboten worden und so behalf man sich in bewährter Wilhelm-Tell-Manier mit einer Armbrust.
   Das Jahr 1950 war für unseren Schützenverein ein Jubiläumsjahr. 25 Jahre Vereinsbestehen feierte man im Kreis aller Nachbarvereine. Erstmals schoß man auch wieder mit Feuerwaffen auf einen Adler.
   Zur Förderung des aktiven Schießsports wurde 1975 beschlossen, dem Deutschen Schützenbund beizutreten.
   Dem 50 jährigen Jubiläum im Jahre 1975 folgte 1978 die Fahnenweihe. Die erste Fahne aus dem Jahre 1931 war "erneuerungsbedürftig", so der Bericht aus jener Zeit, und so kam man um die Anschaffung einer neuen Fahne nicht umhin.
   Auf Initiative von Wilhelm Hilker und Günter Bollhorst während ihrer gemeinsamen Amtszeit als Alt- bzw. Jungschützenkönig wurde 1982 das sogenannte "Kaiserschießen" ins Leben gerufen, ein Königspokalschießen in den Reihen der ehemaligen und amtierenden Schützenkönige, das sich bis heute allgemeiner Beliebtheit erfreut.
   Das Jahr 1997 brachte das Ende einer Ära in der über 70 jährigen Vereinsgeschichte: Die Vereinsfahne, sorgsam aufbewahrt im Vereinslokal Wagenfeld, zog wegen Schließung des Gasthauses um in das Dorfgemeinschaftshaus Sielhorst, das neue Domizil des Schützenvereines.

Erfolgreiche Regenten

Mit Stolz erfüllt haben uns auch die Leistungen unserer Mitglieder Heinz Petring und Reinhard Bollhorst während ihrer jeweiligen Regentenzeit, hatten sie sich doch beim Schießen um den Kreisschützenkönig gegen die übrigen Bewerber aus dem Altkreis Lübbecke durchsetzen können. Nicht weniger erfreuten uns auch die Schießleistungen unser Königinnen beim Kreisköniginnenschießen in Offelten. Heike Kahmeier (geb. Spreen), Marlis Rümke und Erika Reinking durften sich jeweils "Königin der Königinnen" nennen.

Schützenfest und Königsschießen

Schützenfest und Königsschießen sind die absoluten Höhepunkte eines jeden Sielhorster Schützenjahres und das seit Bestehen unseres Vereines.

Erstes Adlerschießen 1930

Geschossen wurde anfangs "nach der Scheibe". Schon 1930 wird von einem Adlerschießen, wie man es heute noch kennt, berichtet. Das Schützenfest fand in jenem Jahr übrigens nicht beim Festwirt, sondern bei Knost Nr. 36 in der Wiese statt.
   Fortan hielt man die Sommerfeste im Wechsel bei den örtlichen Wirten August Mönkedieck und August Wagenfeld ab, bis dann im Jahre 1938 auch erstmals Wilhelm Strümpler dem Reigen der Festwirte beitrat.
   Ab 1939 kamen für 10 Jahre sämtliche Aktivitäten unseres Schützenvereins während des 2. Weltkrieges und der Zeit danach zum Erliegen. Das erste Königsschießen nach den Kriegswirren fand mit der Armbrust auf Scheibe statt, Feuerwaffen waren ja bekanntlich verboten worden. Ein Jahr später bereits konnte man wieder mit einer Schußwaffe auf einen Adler anlegen.

Fester Adlerstand ab 1958

Da die schwere Kugelfangblende zum Adlerschießen ständig umtransportiert werden mußte, beschloß man 1958, am Feuerwehrgerätehaus in Sielhorst einen festen Adlerstand zu errichten. Nach zwischenzeitlichen Überarbeitungen brachten Mitglieder des Vereins 1998 die Adlerschießanlage auf den neuesten Stand der Sicherheitsanforderungen, so daß auch in Zukunft das traditionelle Adlerschießen in Sielhorst seine Fortsetzung finden kann.
   Aus einem Königsschießen in "Jägershorst", einem kleinen Waldstück nahe Knost Nr. 36, wurde so über Jahrzehnte ein spannender Wettkampf um die Königswürde im Mittelpunkt des Dorfkernes von Sielhorst. Auch der Brauch, das Sommerfest auf dem Grundstück des entsprechenden Festwirtes zu feiern wurde aufgegeben.

Wagnis Festplatz

Seit 1988 findet das Schützenfest auf dem ehemaligen Schulgelände am heutigen Dorfgemeinschaftshaus statt. Die damaligen 1. und 2. Vorsitzenden Wilhelm Hilker und Klaus Reinking nahmen das "Wagnis" auf ihre Schultern, dieses neue für Sielhorst unbekannte Schützenfestkonzept durchzuführen. Was heute mit Erfolg läuft und schon selbstverständlich anmutet, war zu der Zeit für Wirt und Schützenverein mit einem nicht zu kalkulierbaren Restrisiko behaftet. Leider ist auch die Gruppe der Festwirte kleiner geworden. Waren es anfangs der Vereinsgeschichte noch drei, so ist dieser Kreis nun auf einen Wirt geschrumpft.

Die Festwirte

Vor Jahren schon sah sich die Familie Strümpler personell nicht mehr in der Lage, die Bewirtung durchzuführen. Es folgte die Familie Wagenfeld und nach Schließung ihrer Gaststätte verlor unser Verein auch noch das Vereinslokal. Für uns Sielhorster Schützen ein schmerzlicher Verlust, hatten doch die Feste bei den Sielhorster Gastwirten immer schon ein besonderes "Ambiente" gehabt und gerade so mancher "Kleinendorfer" erinnert sich heute noch gern an ein Sommerfest bei Strümpler im "Dreiländereck" oder an eine romantische Biergartenatmosphäre bei "Jochen".
   Seit dieser Zeit sorgt die Familie Mönkedieck alljährlich für einen reibungslosen Bewirtungsablauf auf dem Festplatz.

Aus unbekannter Quelle stammt folgende humorvolle Umschreibung des Begriffes "Schützenfest":

„Was ist Schützenfest?"

"Wenn die Kapelle das in Strömen fließende Bier gleich wieder ausschwitzt, wenn sich die Tanzfläche unter den munter sich drehenden Paaren durchbiegt, wenn seine Majestät, der König umringt von seinen Adjutanten unter der Last des Klempnerladens (gemeint ist die Königskette) ächzt, dann ist Schützenfest."

Dieser Vers ist sicher nicht in allen Punkten auf die heutige Zeit übertragbar, spiegelt aber doch die Ereignisse im wesentlichen an den anstrengendsten Tagen des Schützenjahres wieder.

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