Überschwemmungen
Sielhorst hatte in der Vergangenheit immer wieder unter Hochwasser und Unwettern zu leiden. So wirkte sich ein Hagelwetter 1828 verheerend auf die Einkünfte der auf die Landwirtschaft angewiesenen Sielhorster aus. Die Feldfrüchte und das Heu verdarben auf den Feldern.

Bergung von Heu im Überschwemmungsgebiet |
Im Jahre 1909 traten im Spätsommer bis dahin nie gekannte Überschwemmungen auf. Die Frucht auf den Feldern verdarb und die Herbstferien wurden verlängert.
Auch das Jahr 1912 geht als sehr regenreiches Jahr in die Sielhorster Geschichte ein. Weil die Ernte zum größten Teil vernichtet wurde, stiegen die Vieh- und Futterpreise enorm. Ein Schwein von 50 kg kostet zwischen 62 und 65 DM.
Auch in der jüngeren Vergangenheit blieb Sielhorst von Hochwasserkatastrophen nicht verschont. War das regenreiche Jahr 1954 schon schlimm genug für die Sielhorster Bevölkerung, mancher Landwirt mußte Erntekredite der Landesregierung in Anspruch nehmen, so übertraf das Hochwasser im Juni 1956 alles andere.
Im gesamten Nordkreis wurde die Heuernte vernichtet. Die Landwirte versuchten, soweit es ging, das Heu aus dem Wasser zu fischen und das auf den Feldern verbliebene Vieh zu bergen. Für die Viehfütterung ergab sich durch den Heuausfall eine katastrophale Lage. Das aus dem Wasser gefischte Heu hatte praktisch keinen Futterwert mehr. In einigen Teilen des Kreises mußte sogar Trinkwasser herangefahren werden.

Sielhorster Erinnerungen / Bilder u.a. von Willy Müller
|