Die Entwicklung des Schulwesens in Sielhorst
Der Anspruch an die Schulen, die heranwachsende Generation durch Erziehung und
Bildung auf das Leben vorzubereiten, ist schon sehr alt. Allerdings standen alle pädagogischen
Bemühungen schon immer in einer wechselseitigen Beziehung zum jeweiligen politischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zeitgeist. Das trifft auch auf das Sielhorster Schulwesen
zu. Ob nun um die Jahrhundertwende Kaisers Geburtstag besonders begangen wurde oder in den
Kriegszeiten für die Soldaten in der Handarbeitsstunde gestrickt wurde oder in den
dreißiger und vierziger Jahren sich die schulische Arbeit nach politikkonformen
Lehrplänen richtete, immer ist ein Bezug zu sehen.
 Fiebelfragment aus der Zeit um die Jahundertwende
Unterricht in Privatschulen gab es bereits seit Jahrhunderten. Allerdings kamen nur die Kinder des
Adels und der wohlhabenden Bürger in den Genuß einer Schulausbildung. Doch schon Martin
Luther hatte vor über 470 Jahren Schulen für die "Befestigung des Glaubens" gefordert.
Erst die im Jahr 1717 in Preußen eingeführte allgemeine Schulpflicht sollte allen
Kindern den Besuch einer öffentlichen Schule ermöglichen. Es ist einzusehen, daß
sich dieses Vorhaben, vor allem in den ländlichen Bereichen, aus finanziellen und
organisatorischen Gründen erst ganz allmählich verwirklichen ließ.
Die ersten Unterrichtsbemühungen waren in Form und Inhalt noch sehr bescheiden. Wie aus alten
Aufzeichnungen hervorgeht, fanden die ersten Unterrichtsversuche in den Privatwohnungen der
jeweiligen "Lehrer" statt. Diese noch nicht ausgebildeten Pädagogen stammten aus den
verschiedensten Berufen. Es waren begabte Landwirte, Schneider, Schuster und andere Handwerker. Aus diesem Grund ist es auch zu verstehen, daß sie wegen des kärglichen Schulgeldes, das die
Eltern der Schüler zu entrichten hatten, noch neben und sogar während des Unterrichts
ihren angelernten Tätigkeiten nachgingen. So vertrugen sich Unterrichten und das Herstellen
von Hölten Tüges, um nur ein Beispiel aufzuzeigen, in dieser Zeit ganz gut.
Schulunterricht im damals üblichen Rahmen gab es in Sielhorst wohl auch bereits im 18.
Jahrhundert. Über die Unterrichtsräume und die ersten Lehrer gibt es keine
Aufzeichnungen. Die Kinder wurden wohl, dem Trend der Zeit entsprechend, in den Privaträumen
der jeweiligen "Scholmester" unterrichtet. In Schulchroniken wird erwähnt, daß die
Schüler in dieser Zeit beim Unterricht an langen und breiten Tischen saßen. Einige
wenige typische Exemplare derartiger Tische waren noch vor etlichen Jahren in einigen Sielhorster
Häusern anzutreffen. so zum Beispiel bei Windhorst (Schnieder).
Es ist zu vermuten, daß in solchen Wohnungen ( vielleicht hier durch den Schnieder =
Schneider ) Schulunterricht erteilt wurde.
Erste einigermaßen verbindliche Auskünfte aber gibt die alte Sielhorster Schulchronik.
Dort heißt es u. a.: Bis zum Jahr 1849 unterrichtete ein aufgeweckter Bürger, namens
Buttemeier Schwettmann, einige wenige Sielhorster Kinder im "Blanken Spieker" auf der Stätte
Schmidt ( früher 52 ). Auch er gehörte noch zur eben beschriebenen Schar der
Lehrerpioniere.

Schule um die Jahundertwende |
Im Jahr 1849 kaufte die gerade selbständig gewordene Gemeinde Sielhorst das Anwesen Schwettmann 48 auf und errichtete eine Schule. Es handelte sich um ein Fachwerkgebäude mit
strohgedecktem Dach. Hier unterwies der erste staatlich ausgebildete und eingesetzte Lehrer
Schwettmann, ein Sohn des Landwirts gleichen Namens, etwa 60 Kinder.
15 Schüler saßen jeweils dicht gedrängt in langen Bänken, die fast die gesamte
Breite des Klassenzimmers ausfüllten. Die Bezahlung der Schulmeister war zwar durch erste
Verordnungen geregelt, erfolgte aber in Abweichung davon auch auf der Basis von
Privatverträgen. |
Wenn man bedenkt, daß pro Schüler ½ bis 1 Taler Schulgeld bezahlt werden
mußte, kann man sich gut vorstellen, daß es zur damaligen Zeit ein heftiges Werben und
Tauziehen um Kinder aus den grenznahen Gebieten zwischen Varl und Sielhorst gab. So wird in einer
alten Niederschrift von dem Versuch eines Sielhorster Lehrers berichtet, durch Abschreiten der
Entfernung bis zum Schulgebäude die Zugehörigkeit zur Sielhorster Schule zu
rechtfertigen. Ein kritischer und schalkhafter Zeitgenosse soll dabei in Richtung Sielhorster
"Scholmester" folgende Bemerkung kundgetan haben: "Ick glöbe, he hett den Tratt (Schritt) to
de Sielhorster Schole `n beten länger maket."
Im Jahr 1863 wurde vor dem Schulgebäude ein Glockenturm mit einer Beetglocke errichtet, dessen
hölzernes Gerüst später einen festen Sockel erhielt. Lehrer Schwettmann
verließ Sielhorst im Jahr 1869 und ging nach Varl. Sein Nachfolger für nur 2 Jahre wurde
Lehrer Ergenzinger.
Der Beitrag zum Sielhorster Schulwesen kann aus Platzgründen nicht auf alle Sielhorster Lehrer
eingehen. Darüber möge sich der interessierte Leser anhand der beigefügten Tabelle
informieren.

Der alte hölzerne Glockenturm
|
Es gab jedoch Lehrer, die aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit, ihrer Persönlichkeit und ihrer Dorfverbundenheit auch noch heute einen gewissen Bekanntheitsgrad aufweisen. Dazu gehörte zweifelsohne der legendäre Lehrer Pohlmann. Er wirkte über 40 Jahre an der Sielhorster Schule und war ein höchst interessanter Dorfschulmeister und ein Original. |

Lehrer Pohlmann
|
Als Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg kam er 1871 nach Sielhorst.
Hier mußte er allein weit über 100 Kinder unterrichten. Da er aber ein sehr strenger,
willensstarker und manchmal auch recht unbequemer Zeitgenosse war - so soll er aufgrund seines
"aristokratischen Auftretens" den Spitznamen "Graf von Sielhorst" besessen haben - konnte er sich
zwar durchsetzen, der Raummangel bereitete ihm jedoch große Sorgen. Auf sein Betreiben baute
die Gemeinde Sielhorst ab 1880 für 11.000 Mark ein neues zweigeschossiges Schulhaus mit 2
Klassenräumen und einer Wohnung für einen zweiten Lehrer. Dieser wurde dann auch
eingestellt, so daß die Schule einen dreiklassigen Status bekam.
Es wurde anfangs bereits das sehr dürftige Einkommen des Lehrers erwähnt. Da Pohlmann
eine kinderreiche Familie zu ernähren hatte, war er auf einen Nebenverdienst angewiesen. So
bewirtschaftete er als "Kleinlandwirt" das gesamte Schulland. Bereits morgens um 5 Uhr sah man ihn
zusammen mit seinem Kleinpferd auf dem Acker. Um 8 Uhr erschien er dann mit langer Tabakspfeife und Holzschuhen zum Unterricht.
Am 11. Oktober 1880 brannte Pohlmanns Wohnhaus nebst Stall ab. Sein geliebtes Pferd sowie Schweine
und Hühner kamen in den Flammen um. Es wurde von Brandstiftung gemunkelt. Pohlmann soll wenige
Tage zuvor von einem abgewiesenen Landstreicher eine Drohung erhalten haben.... |

Lehrer Pohlmann mit Sielhorster Schülern 1890 |
In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gründete der Lehrer Paul Dey den
Sielhorster Krieger- und Landwehrverein. Besagter Pädagoge tat sich aber auch - laut
Überlieferung - durch allerlei Streiche in Sielhorst hervor. Im Jahr 1909 wurde Lehrer
Pohlmann, der fast 40 Jahre in Sielhorst unterrichtet hatte, in den verdienten Ruhestand entlassen.
Im Rahmen einer Feierstunde erhielt er vom Kaiser Wilhelm den "Hohenzollernschen Hausorden".
Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Lehrer Limbach, der - nur abgesehen von der Teilnahme am Krieg
- bis zu seinem Tod im Jahr 1921 die Sielhorster Schule umsichtig leitete. Zweiter Lehrer von 1917
bis 1926 war übrigens Heinrich Schmidt aus Alswede, ein Bruder von W. Schmidt von der hiesigen
( ehemaligen ) Stätte 52.
 |
Mit Beginn des 1. Weltkrieges konnte in Sielhorst kein geregelter Unterricht mehr abgehalten
werden. Viele Lehrer mußten am Krieg teilnehmen und es herrschte akuter Personalmangel.
Häufiger Unterrichtsausfall und ständig wechselnde Vertretungen konnten keine
kontinuierliche Erziehungs- und Bildungsarbeit garantieren. So mußte zum Beispiel der
engagierte Lehrer Möhring täglich zwischen Pr. Ströhen und Sielhorst mit dem Rad
hin- und herpendeln, um den Unterricht, so gut wie es ging, an drei Tagen in der Woche
aufrechtzuerhalten.
So beklagt der Lehrer Brünger den desolaten Zustand an der Sielhorster Schule in dieser
Notzeit: Der Wissensstand war infolge der ständig wechselnden Vertretungen sehr im Argen.
Lehrmittel fehlten an allen Ecken und Enden. Es war kein Tropfen Tinte vorhanden. "Ein Gefühl
völliger Verlassenheit überkam mich oft". |
Viele ältere Sielhorster Bürger können sich noch gut an Lehrer
Sundermann erinnern. Er übernahm im Jahr 1922 das Amt des Schulleiters und übte es bis
zum Schuljahr 1932/33 aus. Sundermann war ein musik- und sportbegeisterter Pädagoge. In seinen
Erinnerungen beschreibt er sehr ausführlich und nicht ohne Stolz die großen Erfolge
seiner Sielhorster Schlagballmannschaft, die allein dreimal das Kreisbanner gewann. Dieser Erfolg
wurde von der gesamten Dorfbevölkerung unter Mitwirkung der legendären Kapelle
Haßfeld gefeiert.
Übrigens leitete Lehrer Sundermann auch eine zeitlang den Sielhorster Männerchor. Es war
eine abwechslungsreiche und interessante Zeit.
Es wird von vielen Ausflügen, zum Teil mit geschmückten Leiterwagen,
von Bahnfahrten und von großen Weihnachtsfeiern im Saal Mönkedieck berichtet. Im
Schuljahr 1925/26 gründete Sundermann eine Schülerkapelle, die in ihrer instrumentalen
Besetzung ein Spielmannszug war. Die Kapelle begleitete die Klassen auf manchem Schulausflug.
Übrigens muß es bereits vor dem 1. Weltkrieg einen Schülerspielmannszug in
Sielhorst gegeben haben. Lehrer Sundermann spricht von einigen alten, noch vorhandenen Instrumenten
und auf einem Postkartenfoto von Sielhorst aus dem Jahr 1914 ist solch eine
Musikgruppe vor dem Schulgebäude abgebildet.
Im November 1925 wurde auch in Sielhorst auf Beschluß des Kreistages eine ländliche
Fortbildungsschule eingerichtet. Sie fand jeweils für drei Jahre in den Wintermonaten
nachmittags im Schulgebäude statt und wurde für 6 Stunden wöchentlich von den 14 bis
18jährigen Jugendlichen besucht. Das Ziel dieser dreisemestrigen Kurse war, den
heranwachsenden Landwirten eine bessere Ausbildung für ihren Beruf zu verschaffen.
Sie wurden u. a. in den Fächern Deutsch, Rechnen, Staatsbürgerkunde und Naturkunde
unterrichtet. |
|
Mit der Lehrerin Auguste Bünermann konnte im Schuljahr 1927/28 eine dritte Lehrerstelle in
Sielhorst besetzt werden. Die Schule wurde nun vierklassig. Schon waren die nächsten Probleme
hausgemacht. Es gab 4 Klassen, drei Lehrer, aber nur 2 Klassenräume. Nachmittagsunterricht
ließ sich nicht vermeiden. In diese Zeit fällt übrigens auch die Gründung
einer Jugendrotkreuzgruppe mit sage und schreibe 28 Schülerinnen und Schülern.
Im Februar 1929 war es so kalt, daß die Schüler "kältefrei" bekamen. Das
Thermometer zeigte für mehrere Tage 26 Grad unter Null. Ein Beheizen der Räume war nicht
mehr möglich.
 |
Wegen der eben erwähnten Raumknappheit ließ der Aus- und Umbau der Sielhorster Schule
nicht mehr lange auf sich warten. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Glockenturm - der alte Holzturm war inzwischen baufällig geworden - auf dem Schulgebäudedach errichtet. Wegen der
Dacharbeiten mußten zur Freude der Schulkinder die Pfingstferien verlängert werden.
Auch das gab es: Aus Anlaß der Erdumrundung durch das Luftschiff "Graf Zeppelin" bekamen die
Schüler nach einer kurzen Feierstunde schulfrei.
Im Jahr 1930 wurde ein neuer Schulhof angelegt. Bislang gab es eigentlich keinen richtigen
Pausenhof. Die Kinder spielten an der Ströher Straße und wurden durch den wachsenden
Verkehr zunehmend gefährdet. Gegenüber auf dem Gelände des heutigen Grillplatzes
entstand der Hausgarten für die Lehrer. |
Im Jahr 1933, gegen Ende der Ära Sundermann, herrschte in Sielhorst eine regelrechte
Grippeepidemie. Weil weit über die Hälfte der Schüler krankheitsbedingt fehlte,
ordnete der zuständige Kreisarzt für 10 Tage die Schließung der Schule an.
Bis zum Jahr 1935 wirkte der Pädagoge Dr. Lorenz, der spätere Schulrat, an der
Sielhorster Schule. Er führte u. a. einen neuen pädagogischen Ansatz verbunden mit einer
neuen Unterrichtsorganisation ein. Sie zeigte sich in einer völlig geänderten
Sitzordnung. Die Schüler saßen an Vierertischen mit den Gesichtern einander zugewandt.
Gruppenunterricht nach dem Vorbild des Jenaer Professors Peter Petersen wurde praktiziert. Diese
Unterrichtsform verlangte von den Schülern mehr Eigeninitiative und sollte das Gruppen- und
Gemeinschaftsgefühl stärken. Sie arbeiteten zeitweise nach Wochenplänen, deren Ziele
sie selbständig und in Eigenverantwortung zu verwirklichen suchten. |
 |
In dieser Zeit wurde auch die Sielhorster Schule weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.
Häufige Besuche durch interessierte auswärtige Lehrer waren an der Tagesordnung. Als
besondere Ehre empfand man es, daß der Vater des "Jena - Planes", Prof. Petersen, sich
persönlich in Sielhorst von der neuen Unterrichtsidee überzeugen konnte. Die Volksschule
Sielhorst hatte neben einigen anderen Schulen der Region eine Pilotfunktion. Übrigens - und
das wissen alle ehemaligen Sielhorster Schüler, wurde bis zur Schließung unserer Schule
die Gruppenarbeit mit Erfolg weitergeführt.
Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht noch an das Erarbeiten von Themen
in Gruppen und an die vielen Lernmittel wie Aufgabenkärtchen mit Arbeitsaufträgen. Die
Devise hieß immer: Durch Selbsttätigkeit zu mehr Selbständigkeit.
Diese Eigenschaften waren auch beim Basteln und Werken oder bei der Arbeit im unter Anleitung des
Lehrers Quellhorst angelegten Schulgarten gefragt. Hier pflegten die Schüler Beete mit
Gemüse, Blumen, Süßlupinen, Flachs und verschiedenen Kleearten.
Wegen der in der Kriegszeit gegen Deutschland verhängten Blockade mangelte es an
Gewürzen. Also wurde auf höhere Anordnung der Anbau heimischer Gewürzkräuter im
Schulgarten praktiziert. In einer alten Aufzeichnung wird sogar über die Anpflanzung von
einhundert Maulbeerbüschen berichtet, um es danach mit einer Seidenraupenzucht zu versuchen
...

Schulgarten |
Wie im ersten, so sammelten auch im Zweiten Weltkrieg die Schulkinder wegen der allerorts
herrschenden großen Rohstoffknappheit Papier, Knochen sowie Blüten von Taubnesseln und
der Schafgarbe (für die Heilmittelherstellung).
Den verordneten Unterrichtsplänen entsprechend nahm u. a. die Körperertüchtigung in
Form vorgeschriebener Turnübungen einen gewissen Raum ein. Im Sommer traf sich dann die Schule
mit der Bevölkerung zum Abbrennen des jährlichen Sonnenwendfeuers auf Schlottmanns
Heide. |
Im Schuljahr 1936/37 führte der Lehrer Jungk im Leseunterricht die Ganzheitsmethode ein
(zuerst ganze Wörter oder Sätze, dann Gewinnung der Laute). Sie wurde noch bis in die
70er Jahre praktiziert. Erst später und bis zum heutigen Tag lernen die Schüler in der
für uns zuständigen Schule wieder nach dem analytisch- synthetischen Verfahren (zuerst
Lautgewinnung, dann die Laute zu Silben und Wörtern zusammensetzen) das Lesen.
Vierzehn Jahre lang bis zum Jahr 1951 leitete der Lehrer Erwin Twistel, der auch zeitweilig das
Bürgermeisteramt bekleidete, die Sielhorster Schule.
Gustav Beckmann aus Oppendorf verwaltete die danach vakante Schulleiterstelle, die im Jahr 1952 von dem ehemaligen 1. Lehrer der Tielger Schule , Heinrich Heermann, besetzt wurde. Heinrich Heermann leitete die Sielhorster Schule mit großem Engagement und Sachverstand. Zu seinem Kollegium gehörten zunächst die Lehrer Heckmann und Glaser, sowie die Handarbeitslehrerin Frl.
Schlüter. Lehrer Glaser dirigierte übrigens jahrelang den Sielhorster Gesangverein.
Im Jahr 1953 wurde unser Ort von einem folgenschweren Unglück betroffen. Neben dem Anwesen
Delicat stürzte ein britischer Düsenjäger ab. Zwei Schülerinnen der Sielhorster
Schule wurden dabei verletzt. Die Schülerin Hannelore Dalibor verlor dabei ihr Leben.
1956 verließ Herr Heckmann die Sielhorster Schule. Die Lehrerin Frl. Kindel trat die
Nachfolge an.
In den Aufzeichnungen des Schulleiters Heinrich Heermann wird neben vielen Ereignissen auch eine
erlebnisreiche Nordseefahrt zur Insel Wangerooge erwähnt. Großen Raum nimmt der dringend
notwendig gewordene Schulneubau ein.
Raumknappheit und Manöverschäden, verursacht durch 400 (!) britische
Panzer, die in einer Nacht an der Schule vorbei in Richtung Pr. Ströhen ratterten, gaben
Anlaß zu diesem Vorhaben. Anfänglich dachte man an einen völligen Neubau an anderer
Stelle. Die Zeichen standen günstig, zumal sich eine bekannte Bekleidungsfirma für den
Kauf des alten Gebäudes interessiert hatte. Weil daraus nichts wurde, beschloß die
Gemeinde einen Um - und Erweiterungsbau am bestehenden Gebäude. Die geschätzten Kosten
beliefen sich auf 256 000 DM, wobei die Gemeinde 39 000 DM aufbringen sollte.
|
Während der umfangreichen und sehr lärmintensiven Umbauarbeiten mußte ein Teil des
Unterrichts in den Nebenraum der Gaststätte Wagenfeld verlegt werden. Trotz der
unglücklichen Umstände konnte ordnungsgemäß unterrichtet werden. Schnell
hatten sich die Schüler an die Wandtafel aus alten Tischtennisplatten gewöhnt.
Störungen aus dem Gastraum nebenan gab es auch nicht. Während der Pause hielten sich die
"Gastschüler" allerdings auf dem Schulhof auf. Nach zehnmonatiger Bauzeit konnte die neue
Schule bezogen werden. |

Umbau der Schule im Jahr 1959 |
Im Jahr 1962 übernahm Karl Glaser die Schulleiterstelle in Varlheide. Sein
Nachfolger in Sielhorst wurde der Lehrer Günter Matthäus, der sich auf eigenen Wunsch von
Dortmund nach Sielhorst versetzen ließ.
Mit Heinrich Heermann als Hauptlehrer, Frl. Kindel, Günter Matthäus und der
Handarbeitslehrerin Frieda Röhling ging die Ära Volksschule Sielhorst langsam ihrem Ende
entgegen. Es herrschte im Kollegium ein angenehmes Betriebsklima, was sich auch in einer
gedeihlichen Unterrichtsarbeit niederschlug.
Neben einer fundierten Ausbildung in den Hauptfächern erinnern sich viele
ehemalige Schüler auch an erfolgreiches Abschneiden bei Wettbewerben den Kunst- und den
Sportunterricht betreffend. So gewann die Schule im Rahmen des mittel- und ostdeutschen
Schülerwettbewerbs einen herausragenden Preis und die beteiligten "Künstler" durften an
einer Zonengrenzfahrt teilnehmen. Urkunden erinnern noch an das erfolgreiche Abschneiden der
Sielhorster Schulsportler in der Leichtathletik und im Handball. So konnte eine der kleinsten
Schulen im ehemaligen Amt Rahden in den sechziger Jahren einmal den Amtsmeistertitel im Handball
und danach einen 2. und dritten Platz belegen.

Die letzten Sielhortser Schulanfänger, die noch im Sielhorster gebäude - allerdings schon als Schüler der GS varl - eingeschult wurden |
Nach zwei Kurzschuljahren, die wegen der Umstellung des Schuljahresbeginns von Ostern auf Anfang August nötig waren, veränderte im Jahr 1968 die Schulreform die Schullandschaft völlig. Seit dem 1.8.1968 besuchen die Schüler vom 5. bis 9. Schuljahr die Hauptschule in Rahden. Die Kinder des 1. bis 4. Schuljahrs wurden der Grundschule Varl zugewiesen.
Die Einrichtung einer eigenständigen Grundschule Sielhorst scheiterte an der erforderlichen
Mindestzahl von 78 Schülern, denn es gab zu diesem Zeitpunkt nur 54 Sielhorster Kinder im
Grundschulalter. Ein Schulbusverkehr wurde eingerichtet. |
|
|
 |
|
|
|
|
| Begabte Bauern und Handwerker |
vorher |
| Buttemeier Schwettmann |
bis 1849 |
| Schwettmanns Sohn |
bis 1869 |
| Ergenzinger |
1869 – 1871 |
| Pohlmann |
1871 – 1909 |
| Braad |
1880 – 1886 |
| Lange |
1886 – 1892 |
| Paul Dey |
1892 – 1896 |
| H. Niemann |
1896 – 1898 |
| H. Schlienkamp |
1898 – 1902 |
| H. Bockhorst |
1902 – 1904 |
| E. Limbach |
1904 – 1914 |
| Rittelmeyer |
1909 - 1911 |
| Eickholt |
1911 – 1914 |
| Möhring |
1914 |
| Vertr. Dröge |
Vertretungen im 1. Weltkrieg |
| Vertr. Lindemann |
Vertretungen im 1. Weltkrieg |
| Heinr. Schmidt |
1917 - 1926 |
| W. Brünger, später Universitätsprofessor |
1915 |
| Rose |
|
| Tosberg |
|
| Sundermann |
1922 - 1933 |
| Vertr. Heinr. Wagenfeld |
|
| Vertr. Blome |
1925 / 26 |
| Walter Bünermann |
1926 - 1929 |
| Frl. Auguste Dünnermann |
1928 - 1930 |
| Heinr. Quellhorst |
1929 - 1935 |
| Frl. Anna Peters |
1930 – 1931 |
| Dr. Lorenz , später Schulrat |
1933 - 1935 |
| Kahre |
1935 |
| Gäfle |
Gäfle 1935 |
| Redecker |
1936 - 1939 |
| Jungk |
1936 - 1937 |
| Erwin Twistel |
1937 - 1951 |
| Frl. Obenhaus |
|
| Frl. Juli |
|
| Hülsmann |
1946 |
| Frl. Kranich |
1943/44 |
| Proband |
1947 |
| Vertr. Gustav Beckmann |
1951 - 1952 |
| Heinr. Heermann |
1952 – 1968 |
| Ernst Heckmann |
1950 – 1956 |
| Karl Glaser |
1949 – 1962 |
| Handarbl. Frl Schlüter |
- 1959 |
| Techn.l. Frau Lorenz |
1955 |
| Elly Kindel |
1956 – 1968 |
| Handarbl. Frieda Röhling |
1959 -1968 |
| Vertr. Ruth Schönwälder |
1959 |
| Günter Matthäus |
1962 – 1968 |
|
|
 |
|
|
Vergrößerung eines Bildes durch Anklicken -
JavaScript

Schule um die Jahundertwende
|

alte Schule
|

alte Schule
|

Schule während des Umbaus
|

Umbau 1959
|

Die neue Schule
|

Der Schulgaten
|

Luftaufnahme
|

Schulausflug
|

Letzte Einschulungsklasse
|

Schulausflug
|

Lehrer Sundermann & Brinkmann
|

Schulklasse Mönkerdiek
|

Schulklasse Donzelmann
|

Schulklasse Meier
|

Schulklasse 1890
|

Schulklasse Kopmann
|

Schulklasse Kolkhorst
|

Schulklasse Beckmann
|

Schulklasse Fangmann
|

Schulklasse mit Sundermann
|

Sielhorster Erinnerungen
|