Die Entwicklung des Schulwesens in Sielhorst

Der Anspruch an die Schulen, die heranwachsende Generation durch Erziehung und Bildung auf das Leben vorzubereiten, ist schon sehr alt. Allerdings standen alle pädagogischen Bemühungen schon immer in einer wechselseitigen Beziehung zum jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zeitgeist. Das trifft auch auf das Sielhorster Schulwesen zu. Ob nun um die Jahrhundertwende Kaisers Geburtstag besonders begangen wurde oder in den Kriegszeiten für die Soldaten in der Handarbeitsstunde gestrickt wurde oder in den dreißiger und vierziger Jahren sich die schulische Arbeit nach politikkonformen Lehrplänen richtete, immer ist ein Bezug zu sehen.

Fibel
Fiebelfragment aus der Zeit um die Jahundertwende

Unterricht in Privatschulen gab es bereits seit Jahrhunderten. Allerdings kamen nur die Kinder des Adels und der wohlhabenden Bürger in den Genuß einer Schulausbildung. Doch schon Martin Luther hatte vor über 470 Jahren Schulen für die "Befestigung des Glaubens" gefordert. Erst die im Jahr 1717 in Preußen eingeführte allgemeine Schulpflicht sollte allen Kindern den Besuch einer öffentlichen Schule ermöglichen. Es ist einzusehen, daß sich dieses Vorhaben, vor allem in den ländlichen Bereichen, aus finanziellen und organisatorischen Gründen erst ganz allmählich verwirklichen ließ.
Die ersten Unterrichtsbemühungen waren in Form und Inhalt noch sehr bescheiden. Wie aus alten Aufzeichnungen hervorgeht, fanden die ersten Unterrichtsversuche in den Privatwohnungen der jeweiligen "Lehrer" statt. Diese noch nicht ausgebildeten Pädagogen stammten aus den verschiedensten Berufen. Es waren begabte Landwirte, Schneider, Schuster und andere Handwerker. Aus diesem Grund ist es auch zu verstehen, daß sie wegen des kärglichen Schulgeldes, das die Eltern der Schüler zu entrichten hatten, noch neben und sogar während des Unterrichts ihren angelernten Tätigkeiten nachgingen. So vertrugen sich Unterrichten und das Herstellen von Hölten Tüges, um nur ein Beispiel aufzuzeigen, in dieser Zeit ganz gut.
Schulunterricht im damals üblichen Rahmen gab es in Sielhorst wohl auch bereits im 18. Jahrhundert. Über die Unterrichtsräume und die ersten Lehrer gibt es keine Aufzeichnungen. Die Kinder wurden wohl, dem Trend der Zeit entsprechend, in den Privaträumen der jeweiligen "Scholmester" unterrichtet. In Schulchroniken wird erwähnt, daß die Schüler in dieser Zeit beim Unterricht an langen und breiten Tischen saßen. Einige wenige typische Exemplare derartiger Tische waren noch vor etlichen Jahren in einigen Sielhorster Häusern anzutreffen. so zum Beispiel bei Windhorst (Schnieder).
Es ist zu vermuten, daß in solchen Wohnungen ( vielleicht hier durch den Schnieder = Schneider ) Schulunterricht erteilt wurde.
Erste einigermaßen verbindliche Auskünfte aber gibt die alte Sielhorster Schulchronik. Dort heißt es u. a.: Bis zum Jahr 1849 unterrichtete ein aufgeweckter Bürger, namens Buttemeier Schwettmann, einige wenige Sielhorster Kinder im "Blanken Spieker" auf der Stätte Schmidt ( früher 52 ). Auch er gehörte noch zur eben beschriebenen Schar der Lehrerpioniere.


Schule um die Jahundertwende

Im Jahr 1849 kaufte die gerade selbständig gewordene Gemeinde Sielhorst das Anwesen Schwettmann 48 auf und errichtete eine Schule. Es handelte sich um ein Fachwerkgebäude mit strohgedecktem Dach. Hier unterwies der erste staatlich ausgebildete und eingesetzte Lehrer Schwettmann, ein Sohn des Landwirts gleichen Namens, etwa 60 Kinder.
15 Schüler saßen jeweils dicht gedrängt in langen Bänken, die fast die gesamte Breite des Klassenzimmers ausfüllten. Die Bezahlung der Schulmeister war zwar durch erste Verordnungen geregelt, erfolgte aber in Abweichung davon auch auf der Basis von Privatverträgen.

Wenn man bedenkt, daß pro Schüler ½ bis 1 Taler Schulgeld bezahlt werden mußte, kann man sich gut vorstellen, daß es zur damaligen Zeit ein heftiges Werben und Tauziehen um Kinder aus den grenznahen Gebieten zwischen Varl und Sielhorst gab. So wird in einer alten Niederschrift von dem Versuch eines Sielhorster Lehrers berichtet, durch Abschreiten der Entfernung bis zum Schulgebäude die Zugehörigkeit zur Sielhorster Schule zu rechtfertigen. Ein kritischer und schalkhafter Zeitgenosse soll dabei in Richtung Sielhorster "Scholmester" folgende Bemerkung kundgetan haben: "Ick glöbe, he hett den Tratt (Schritt) to de Sielhorster Schole `n beten länger maket."
Im Jahr 1863 wurde vor dem Schulgebäude ein Glockenturm mit einer Beetglocke errichtet, dessen hölzernes Gerüst später einen festen Sockel erhielt. Lehrer Schwettmann verließ Sielhorst im Jahr 1869 und ging nach Varl. Sein Nachfolger für nur 2 Jahre wurde Lehrer Ergenzinger.
Der Beitrag zum Sielhorster Schulwesen kann aus Platzgründen nicht auf alle Sielhorster Lehrer eingehen. Darüber möge sich der interessierte Leser anhand der beigefügten Tabelle informieren.


Der alte hölzerne Glockenturm

Es gab jedoch Lehrer, die aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit, ihrer Persönlichkeit und ihrer Dorfverbundenheit auch noch heute einen gewissen Bekanntheitsgrad aufweisen. Dazu gehörte zweifelsohne der legendäre Lehrer Pohlmann. Er wirkte über 40 Jahre an der Sielhorster Schule und war ein höchst interessanter Dorfschulmeister und ein Original.


Lehrer Pohlmann

Als Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg kam er 1871 nach Sielhorst. Hier mußte er allein weit über 100 Kinder unterrichten. Da er aber ein sehr strenger, willensstarker und manchmal auch recht unbequemer Zeitgenosse war - so soll er aufgrund seines "aristokratischen Auftretens" den Spitznamen "Graf von Sielhorst" besessen haben - konnte er sich zwar durchsetzen, der Raummangel bereitete ihm jedoch große Sorgen. Auf sein Betreiben baute die Gemeinde Sielhorst ab 1880 für 11.000 Mark ein neues zweigeschossiges Schulhaus mit 2 Klassenräumen und einer Wohnung für einen zweiten Lehrer. Dieser wurde dann auch eingestellt, so daß die Schule einen dreiklassigen Status bekam.

Es wurde anfangs bereits das sehr dürftige Einkommen des Lehrers erwähnt. Da Pohlmann eine kinderreiche Familie zu ernähren hatte, war er auf einen Nebenverdienst angewiesen. So bewirtschaftete er als "Kleinlandwirt" das gesamte Schulland. Bereits morgens um 5 Uhr sah man ihn zusammen mit seinem Kleinpferd auf dem Acker. Um 8 Uhr erschien er dann mit langer Tabakspfeife und Holzschuhen zum Unterricht.
Am 11. Oktober 1880 brannte Pohlmanns Wohnhaus nebst Stall ab. Sein geliebtes Pferd sowie Schweine und Hühner kamen in den Flammen um. Es wurde von Brandstiftung gemunkelt. Pohlmann soll wenige Tage zuvor von einem abgewiesenen Landstreicher eine Drohung erhalten haben....


Lehrer Pohlmann mit Sielhorster Schülern 1890

In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gründete der Lehrer Paul Dey den Sielhorster Krieger- und Landwehrverein. Besagter Pädagoge tat sich aber auch - laut Überlieferung - durch allerlei Streiche in Sielhorst hervor. Im Jahr 1909 wurde Lehrer Pohlmann, der fast 40 Jahre in Sielhorst unterrichtet hatte, in den verdienten Ruhestand entlassen. Im Rahmen einer Feierstunde erhielt er vom Kaiser Wilhelm den "Hohenzollernschen Hausorden". Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Lehrer Limbach, der - nur abgesehen von der Teilnahme am Krieg - bis zu seinem Tod im Jahr 1921 die Sielhorster Schule umsichtig leitete. Zweiter Lehrer von 1917 bis 1926 war übrigens Heinrich Schmidt aus Alswede, ein Bruder von W. Schmidt von der hiesigen ( ehemaligen ) Stätte 52.

Mit Beginn des 1. Weltkrieges konnte in Sielhorst kein geregelter Unterricht mehr abgehalten werden. Viele Lehrer mußten am Krieg teilnehmen und es herrschte akuter Personalmangel. Häufiger Unterrichtsausfall und ständig wechselnde Vertretungen konnten keine kontinuierliche Erziehungs- und Bildungsarbeit garantieren. So mußte zum Beispiel der engagierte Lehrer Möhring täglich zwischen Pr. Ströhen und Sielhorst mit dem Rad hin- und herpendeln, um den Unterricht, so gut wie es ging, an drei Tagen in der Woche aufrechtzuerhalten.
So beklagt der Lehrer Brünger den desolaten Zustand an der Sielhorster Schule in dieser Notzeit: Der Wissensstand war infolge der ständig wechselnden Vertretungen sehr im Argen. Lehrmittel fehlten an allen Ecken und Enden. Es war kein Tropfen Tinte vorhanden. "Ein Gefühl völliger Verlassenheit überkam mich oft".

Viele ältere Sielhorster Bürger können sich noch gut an Lehrer Sundermann erinnern. Er übernahm im Jahr 1922 das Amt des Schulleiters und übte es bis zum Schuljahr 1932/33 aus. Sundermann war ein musik- und sportbegeisterter Pädagoge. In seinen Erinnerungen beschreibt er sehr ausführlich und nicht ohne Stolz die großen Erfolge seiner Sielhorster Schlagballmannschaft, die allein dreimal das Kreisbanner gewann. Dieser Erfolg wurde von der gesamten Dorfbevölkerung unter Mitwirkung der legendären Kapelle Haßfeld gefeiert.
Übrigens leitete Lehrer Sundermann auch eine zeitlang den Sielhorster Männerchor. Es war eine abwechslungsreiche und interessante Zeit.

Es wird von vielen Ausflügen, zum Teil mit geschmückten Leiterwagen, von Bahnfahrten und von großen Weihnachtsfeiern im Saal Mönkedieck berichtet. Im Schuljahr 1925/26 gründete Sundermann eine Schülerkapelle, die in ihrer instrumentalen Besetzung ein Spielmannszug war. Die Kapelle begleitete die Klassen auf manchem Schulausflug. Übrigens muß es bereits vor dem 1. Weltkrieg einen Schülerspielmannszug in Sielhorst gegeben haben. Lehrer Sundermann spricht von einigen alten, noch vorhandenen Instrumenten und auf einem Postkartenfoto von Sielhorst aus dem Jahr 1914 ist solch eine Musikgruppe vor dem Schulgebäude abgebildet.
Im November 1925 wurde auch in Sielhorst auf Beschluß des Kreistages eine ländliche Fortbildungsschule eingerichtet. Sie fand jeweils für drei Jahre in den Wintermonaten nachmittags im Schulgebäude statt und wurde für 6 Stunden wöchentlich von den 14 bis 18jährigen Jugendlichen besucht. Das Ziel dieser dreisemestrigen Kurse war, den heranwachsenden Landwirten eine bessere Ausbildung für ihren Beruf zu verschaffen.
Sie wurden u. a. in den Fächern Deutsch, Rechnen, Staatsbürgerkunde und Naturkunde unterrichtet.

Mit der Lehrerin Auguste Bünermann konnte im Schuljahr 1927/28 eine dritte Lehrerstelle in Sielhorst besetzt werden. Die Schule wurde nun vierklassig. Schon waren die nächsten Probleme hausgemacht. Es gab 4 Klassen, drei Lehrer, aber nur 2 Klassenräume. Nachmittagsunterricht ließ sich nicht vermeiden. In diese Zeit fällt übrigens auch die Gründung einer Jugendrotkreuzgruppe mit sage und schreibe 28 Schülerinnen und Schülern.
Im Februar 1929 war es so kalt, daß die Schüler "kältefrei" bekamen. Das Thermometer zeigte für mehrere Tage 26 Grad unter Null. Ein Beheizen der Räume war nicht mehr möglich.

Wegen der eben erwähnten Raumknappheit ließ der Aus- und Umbau der Sielhorster Schule nicht mehr lange auf sich warten. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Glockenturm - der alte Holzturm war inzwischen baufällig geworden - auf dem Schulgebäudedach errichtet. Wegen der Dacharbeiten mußten zur Freude der Schulkinder die Pfingstferien verlängert werden.
Auch das gab es: Aus Anlaß der Erdumrundung durch das Luftschiff "Graf Zeppelin" bekamen die Schüler nach einer kurzen Feierstunde schulfrei.
Im Jahr 1930 wurde ein neuer Schulhof angelegt. Bislang gab es eigentlich keinen richtigen Pausenhof. Die Kinder spielten an der Ströher Straße und wurden durch den wachsenden Verkehr zunehmend gefährdet. Gegenüber auf dem Gelände des heutigen Grillplatzes entstand der Hausgarten für die Lehrer.

Im Jahr 1933, gegen Ende der Ära Sundermann, herrschte in Sielhorst eine regelrechte Grippeepidemie. Weil weit über die Hälfte der Schüler krankheitsbedingt fehlte, ordnete der zuständige Kreisarzt für 10 Tage die Schließung der Schule an.

Bis zum Jahr 1935 wirkte der Pädagoge Dr. Lorenz, der spätere Schulrat, an der Sielhorster Schule. Er führte u. a. einen neuen pädagogischen Ansatz verbunden mit einer neuen Unterrichtsorganisation ein. Sie zeigte sich in einer völlig geänderten Sitzordnung. Die Schüler saßen an Vierertischen mit den Gesichtern einander zugewandt. Gruppenunterricht nach dem Vorbild des Jenaer Professors Peter Petersen wurde praktiziert. Diese Unterrichtsform verlangte von den Schülern mehr Eigeninitiative und sollte das Gruppen- und Gemeinschaftsgefühl stärken. Sie arbeiteten zeitweise nach Wochenplänen, deren Ziele sie selbständig und in Eigenverantwortung zu verwirklichen suchten.

In dieser Zeit wurde auch die Sielhorster Schule weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Häufige Besuche durch interessierte auswärtige Lehrer waren an der Tagesordnung. Als besondere Ehre empfand man es, daß der Vater des "Jena - Planes", Prof. Petersen, sich persönlich in Sielhorst von der neuen Unterrichtsidee überzeugen konnte. Die Volksschule Sielhorst hatte neben einigen anderen Schulen der Region eine Pilotfunktion. Übrigens - und das wissen alle ehemaligen Sielhorster Schüler, wurde bis zur Schließung unserer Schule die Gruppenarbeit mit Erfolg weitergeführt.

Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht noch an das Erarbeiten von Themen in Gruppen und an die vielen Lernmittel wie Aufgabenkärtchen mit Arbeitsaufträgen. Die Devise hieß immer: Durch Selbsttätigkeit zu mehr Selbständigkeit.
Diese Eigenschaften waren auch beim Basteln und Werken oder bei der Arbeit im unter Anleitung des Lehrers Quellhorst angelegten Schulgarten gefragt. Hier pflegten die Schüler Beete mit Gemüse, Blumen, Süßlupinen, Flachs und verschiedenen Kleearten.
Wegen der in der Kriegszeit gegen Deutschland verhängten Blockade mangelte es an Gewürzen. Also wurde auf höhere Anordnung der Anbau heimischer Gewürzkräuter im Schulgarten praktiziert. In einer alten Aufzeichnung wird sogar über die Anpflanzung von einhundert Maulbeerbüschen berichtet, um es danach mit einer Seidenraupenzucht zu versuchen ...


Schulgarten

Wie im ersten, so sammelten auch im Zweiten Weltkrieg die Schulkinder wegen der allerorts herrschenden großen Rohstoffknappheit Papier, Knochen sowie Blüten von Taubnesseln und der Schafgarbe (für die Heilmittelherstellung).
Den verordneten Unterrichtsplänen entsprechend nahm u. a. die Körperertüchtigung in Form vorgeschriebener Turnübungen einen gewissen Raum ein. Im Sommer traf sich dann die Schule mit der Bevölkerung zum Abbrennen des jährlichen Sonnenwendfeuers auf Schlottmanns Heide.

Im Schuljahr 1936/37 führte der Lehrer Jungk im Leseunterricht die Ganzheitsmethode ein (zuerst ganze Wörter oder Sätze, dann Gewinnung der Laute). Sie wurde noch bis in die 70er Jahre praktiziert. Erst später und bis zum heutigen Tag lernen die Schüler in der für uns zuständigen Schule wieder nach dem analytisch- synthetischen Verfahren (zuerst Lautgewinnung, dann die Laute zu Silben und Wörtern zusammensetzen) das Lesen.
Vierzehn Jahre lang bis zum Jahr 1951 leitete der Lehrer Erwin Twistel, der auch zeitweilig das Bürgermeisteramt bekleidete, die Sielhorster Schule.
Gustav Beckmann aus Oppendorf verwaltete die danach vakante Schulleiterstelle, die im Jahr 1952 von dem ehemaligen 1. Lehrer der Tielger Schule , Heinrich Heermann, besetzt wurde. Heinrich Heermann leitete die Sielhorster Schule mit großem Engagement und Sachverstand. Zu seinem Kollegium gehörten zunächst die Lehrer Heckmann und Glaser, sowie die Handarbeitslehrerin Frl. Schlüter. Lehrer Glaser dirigierte übrigens jahrelang den Sielhorster Gesangverein.
Im Jahr 1953 wurde unser Ort von einem folgenschweren Unglück betroffen. Neben dem Anwesen Delicat stürzte ein britischer Düsenjäger ab. Zwei Schülerinnen der Sielhorster Schule wurden dabei verletzt. Die Schülerin Hannelore Dalibor verlor dabei ihr Leben.
1956 verließ Herr Heckmann die Sielhorster Schule. Die Lehrerin Frl. Kindel trat die Nachfolge an.
In den Aufzeichnungen des Schulleiters Heinrich Heermann wird neben vielen Ereignissen auch eine erlebnisreiche Nordseefahrt zur Insel Wangerooge erwähnt. Großen Raum nimmt der dringend notwendig gewordene Schulneubau ein.

Raumknappheit und Manöverschäden, verursacht durch 400 (!) britische Panzer, die in einer Nacht an der Schule vorbei in Richtung Pr. Ströhen ratterten, gaben Anlaß zu diesem Vorhaben. Anfänglich dachte man an einen völligen Neubau an anderer Stelle. Die Zeichen standen günstig, zumal sich eine bekannte Bekleidungsfirma für den Kauf des alten Gebäudes interessiert hatte. Weil daraus nichts wurde, beschloß die Gemeinde einen Um - und Erweiterungsbau am bestehenden Gebäude. Die geschätzten Kosten beliefen sich auf 256 000 DM, wobei die Gemeinde 39 000 DM aufbringen sollte.

Während der umfangreichen und sehr lärmintensiven Umbauarbeiten mußte ein Teil des Unterrichts in den Nebenraum der Gaststätte Wagenfeld verlegt werden. Trotz der unglücklichen Umstände konnte ordnungsgemäß unterrichtet werden. Schnell hatten sich die Schüler an die Wandtafel aus alten Tischtennisplatten gewöhnt. Störungen aus dem Gastraum nebenan gab es auch nicht. Während der Pause hielten sich die "Gastschüler" allerdings auf dem Schulhof auf. Nach zehnmonatiger Bauzeit konnte die neue Schule bezogen werden.


Umbau der Schule im Jahr 1959

Im Jahr 1962 übernahm Karl Glaser die Schulleiterstelle in Varlheide. Sein Nachfolger in Sielhorst wurde der Lehrer Günter Matthäus, der sich auf eigenen Wunsch von Dortmund nach Sielhorst versetzen ließ.
Mit Heinrich Heermann als Hauptlehrer, Frl. Kindel, Günter Matthäus und der Handarbeitslehrerin Frieda Röhling ging die Ära Volksschule Sielhorst langsam ihrem Ende entgegen. Es herrschte im Kollegium ein angenehmes Betriebsklima, was sich auch in einer gedeihlichen Unterrichtsarbeit niederschlug.

Neben einer fundierten Ausbildung in den Hauptfächern erinnern sich viele ehemalige Schüler auch an erfolgreiches Abschneiden bei Wettbewerben den Kunst- und den Sportunterricht betreffend. So gewann die Schule im Rahmen des mittel- und ostdeutschen Schülerwettbewerbs einen herausragenden Preis und die beteiligten "Künstler" durften an einer Zonengrenzfahrt teilnehmen. Urkunden erinnern noch an das erfolgreiche Abschneiden der Sielhorster Schulsportler in der Leichtathletik und im Handball. So konnte eine der kleinsten Schulen im ehemaligen Amt Rahden in den sechziger Jahren einmal den Amtsmeistertitel im Handball und danach einen 2. und dritten Platz belegen.


Die letzten Sielhortser Schulanfänger, die noch im Sielhorster gebäude - allerdings schon als Schüler der GS varl - eingeschult wurden

Nach zwei Kurzschuljahren, die wegen der Umstellung des Schuljahresbeginns von Ostern auf Anfang August nötig waren, veränderte im Jahr 1968 die Schulreform die Schullandschaft völlig. Seit dem 1.8.1968 besuchen die Schüler vom 5. bis 9. Schuljahr die Hauptschule in Rahden. Die Kinder des 1. bis 4. Schuljahrs wurden der Grundschule Varl zugewiesen.
Die Einrichtung einer eigenständigen Grundschule Sielhorst scheiterte an der erforderlichen Mindestzahl von 78 Schülern, denn es gab zu diesem Zeitpunkt nur 54 Sielhorster Kinder im Grundschulalter. Ein Schulbusverkehr wurde eingerichtet.


 
Begabte Bauern und Handwerker vorher
Buttemeier Schwettmann bis 1849
Schwettmanns Sohn bis 1869
Ergenzinger 1869 – 1871
Pohlmann 1871 – 1909
Braad 1880 – 1886
Lange 1886 – 1892
Paul Dey 1892 – 1896
H. Niemann 1896 – 1898
H. Schlienkamp 1898 – 1902
H. Bockhorst 1902 – 1904
E. Limbach 1904 – 1914
Rittelmeyer 1909 - 1911
Eickholt 1911 – 1914
Möhring 1914
Vertr. Dröge Vertretungen im 1. Weltkrieg
Vertr. Lindemann Vertretungen im 1. Weltkrieg
Heinr. Schmidt 1917 - 1926
W. Brünger, später Universitätsprofessor 1915
Rose  
Tosberg  
Sundermann 1922 - 1933
Vertr. Heinr. Wagenfeld  
Vertr. Blome 1925 / 26
Walter Bünermann 1926 - 1929
Frl. Auguste Dünnermann 1928 - 1930
Heinr. Quellhorst 1929 - 1935
Frl. Anna Peters 1930 – 1931
Dr. Lorenz , später Schulrat 1933 - 1935
Kahre 1935
Gäfle Gäfle 1935
Redecker 1936 - 1939
Jungk 1936 - 1937
Erwin Twistel 1937 - 1951
Frl. Obenhaus  
Frl. Juli  
Hülsmann 1946
Frl. Kranich 1943/44
Proband 1947
Vertr. Gustav Beckmann 1951 - 1952
Heinr. Heermann 1952 – 1968
Ernst Heckmann 1950 – 1956
Karl Glaser 1949 – 1962
Handarbl. Frl Schlüter - 1959
Techn.l. Frau Lorenz 1955
Elly Kindel 1956 – 1968
Handarbl. Frieda Röhling 1959 -1968
Vertr. Ruth Schönwälder 1959
Günter Matthäus 1962 – 1968

 

 

Bilder der Sielhorster Schule

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Schule um die Jahundertwende

alte Schule

alte Schule

Schule während des Umbaus

Umbau 1959

Die neue Schule

Der Schulgaten

Luftaufnahme

Schulausflug

Letzte Einschulungsklasse

Schulausflug

Lehrer Sundermann & Brinkmann

Schulklasse Mönkerdiek

Schulklasse Donzelmann

Schulklasse Meier

Schulklasse 1890

Schulklasse Kopmann

Schulklasse Kolkhorst

Schulklasse Beckmann

Schulklasse Fangmann

Schulklasse mit Sundermann



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