Das bäuerliche Leben

Allgemein herrscht heute die Vorstellung, daß die bäuerlich-vorindustrielle Welt das "Goldene Zeitalter" war. Im Rückblick auf die Zeit unserer Großväter und Urgroßväter stellt sich heute das Leben als beschauliche Epoche zur heutigen Zeit dar. Damals schien alles geordnet und überschaubar. So wird behauptet, daß die Menschen früher zufriedener und glücklicher waren.
Wenn man jedoch die Verhältnisse des bäuerlichen Lebens zur Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts beleuchtet, erkennt man, daß das Leben auf dem Lande vom Überlebenskampf geprägt war, in dem die Gemeinschaft eine Schlüsselrolle spielte.
Diese Gemeinschaft war besonders zur damaligen Zeit in unserem Heimatort Sielhorst vonnöten.
Der Name Sielhorst ist durch die Beschaffenheit der Gegend entstanden. Siel bedeutet Wasser - Sumpf - Niederungsland, und Horst = Wald.
Da der nördliche Teil des Kreises in den früheren Jahren Überschwemmungsgebiet war, hatten die Bewohner sehr unter diesen Gegebenheiten zu leiden.


Überschwemmung in Sielhorst

Die Wiesen und das niedriggelegene Ackerland konnten nicht alljährlich abgeerntet werden.
Die Not war oft so groß, daß für viele Bewohner bei den höhergelegenen Höfen und Gemeinden gesammelt werden mußte, um sie vor Hungersnot zu bewahren.
Die Flüsse hatten sich im Laufe der Zeit auf natürliche Art ihr Bett gegraben und schlängelten sich durch die Niederungen. Sie hatten aber keine genügende Tiefe und Breite. Vielfach war ihr Lauf durch Hindernisse gestört. Auch fehlten Brücken, so daß die Flüsse bei niedrigem Wasserstand durchfahren und durchwatet werden mußten. Da in der Gemeinde Sielhorst nicht viele hochgelegene Felder lagen, pflügte man das Ackerland in 8 bis 10 Meter breite Streifen, die Mitte recht hoch (Hochrückenpflügen), damit in den nassen Jahren das Wasser zu den Furchen hin ablaufen konnte. Man säte auf den hohen Rücken Roggen und an den niedrigen Furchen Trespe, um nur etwas ernten zu können.
Eine Besserung wurde erst erreicht, als im Jahre 1854 durch Verordnung der königlichen Regierung darauf gedrungen wurde, eine Sozietät zur Regelung der Gewässer und zur Entwässerung des Bodens im nördlichen Teil des Kreises Lübbecke mit dem Sitz in Rahden zu gründen.
Diese Genossenschaft erhielt vom Staat ein zinsloses Darlehen von 96.000 Mark, das bis zum Jahre 1890 durch Beiträge zurückgezahlt werden sollte. Auf Antrag der Sozietät wurde die Rückzahlung unter der Bedingung erlassen, daß die Sozietät durch Aufbringung des gleichen Betrages weiter ausgebaut wurde. Die Flüsse wurden begradigt und eingedämmt. Weil es in niederschlagsreichen Zeiten doch noch zu Überschwemmungen kam, wurde im Jahre 1929/30 eine Sohlenvertiefung und Böschungserweiterung der Vorfluter vorgenommen.
Hierzu stellte der Staat weitere Mittel zur Verfügung. Die Mitglieder der Sozietät hatten sich in gleicher Höhe an den Kosten zu beteiligen. Die Lasten für den Entwässerungsverband waren eine schwere Bürde. Die Gesamtschulden der Sozietät betrugen im Jahre 1935 etwa 142.000 Reichsmark.
Der ehemalige Kreis Lübbecke gehörte bis zum Jahre 1648 zum Bistum Minden, fiel dann an das Kurfürstentum Brandenburg. Die Einwohner waren durch die Leibeigenschaft und Abgaben "des Zehnten" an verschiedene Güter und Klöster verpflichtet.
Zu der Armut, infolge des 30-jährigen Krieges, kam noch die Pest, die so viele Opfer forderte, daß die Leichen nicht ordnungsgemäß bestattet werden konnten. Ganze Familien starben aus. Die Not war noch nicht überwunden, als durch den 7-jährigen Krieg und später den sogenannten Befreiungskrieg von 1806 bis 1815 weitere schwere Zeiten kamen. In dieser Zeit wurde die Leibeigenschaft aufgehoben und man konnte sich mit Freibriefen loskaufen.
Da der Boden in der Gemeinde Sielhorst nicht sehr ertragreich war und oft unter Überschwemmungen litt, mußten sich die Einwohner nach anderen Verdienstmöglichkeiten umsehen.
Sie versuchten durch Anbau von Flachs und dessen Verwertung durch Spinnen und Weben neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. In den Wintermonaten waren Alt und Jung von morgens früh bis abends spät bei trübem Öl- oder Tranlicht beim Spinnen.
Anfang Februar wurde begonnen, das gesponnene Garn zu verweben. Diese Arbeit mußte beendet sein, wenn im Frühjahr die Feldarbeit begann. Ebenso suchten die Männer durch Anfertigung von Holzwaren (Löffel, Schlefe, Trögen, Mollen, Schüben, Klammern und Spulen) die Lebensumstände zu verbessern.


Wilhelm Spreen, Beckwiehe 68, als Kiepenkerl bei der Hundertjahrfeier 1949

Mit diesen Holzwaren gingen die Männer zu Fuß mit der Kiepe auf dem Rücken in die Gegend von Minden und weit über das Wiehengebirge nach Löhne, Bünde usw., um sie dort zu verkaufen oder auch gegen Flachsrückstände wie Hede einzutauschen, die dann wieder versponnen und verwebt wurde. Das Leinen wurde verkauft, sofern es nicht selbst benötigt wurde.
In Rahden und anderen größeren Ortschaften gab es Verkaufsstellen für Leinen, auch Legge genannt. Angestellt war ein beamteter Leggemeister, der das Leinen an hiesige Kaufleute versteigerte.
Für einen Teil des Erlöses wurde dann Kleidung gekauft. Sie durfte aber nur zu besonderen Festlichkeiten getragen werden. Die Arbeitskleidung bestand aus Leinen, etwas Besseres wurde aus selbstgesponnener und gewebter Wolle hergestellt.
Bis in die Zeit um 1880 wurde der Spinn- und Webeerwerbszweig betrieben, bis sich die mechanischen Spinn- und Webereien derart entwickelten, daß sich die Handarbeit nicht mehr lohnte. Nur für den eigenen Bedarf wurde noch bis etwa 1920, vereinzelt auch etwas länger, gewebt. Zuletzt tauschte man größtenteils Flachs gegen maschinengesponnenes Garn ein.
Vor der Jahrhundertwende gingen Männer mit der Sense und einem Kleiderbündel auf der Schulter zu Fuß nach Holland zum Grasmähen.
Zur Erntezeit ging man zum Kornmähen nach Dortmund (Hellweg). Ein Mädchen zum Garbenlegen begleitete den Mann dorthin.
Der Lohn für einen Großknecht betrug in den Jahren um 1845/50 6 bis 10 Taler pro Jahr. Das entsprach 18 bis 30 Mark sowie 2 Hemden, 1 Paar Stiefeln und Holzschuhen. Dazu erhielt er Flachs, der für ihn mit ausgesät wurde. Er mußte ihn selber verspinnen und bekam das Garn zu Leinen gewebt.
Ein Dienstmädchen erhielt im Jahr 3 bis 5 Taler, ein Paar Schuhe, Holzschuhe und ein Arbeitskleid aus selbstgewebtem Stoff. Für sie wurde ein viertel Scheffelsaat (1 ha = 8 Scheffelsaat) Flachs gesät, der am Hofe zwar getrennt, aber soweit mit verarbeitet wurde, bis er zum Spinnen geeignet war. Den Flachs mußte das Mädchen selbst verspinnen, wozu es 14 Tage frei bekam. Es durfte zusätzlich das Garn verweben. Einen Teil legte es für die Aussteuer zurück. Das übrige wurde verkauft. Diejenige konnte nur den Lohn als Großmagd beanspruchen, die den "Akkord" im Spinnen erfüllte. Das war je Tag aus Flachs 2 Stücke zu je 20 Bind, oder aus Hede 1,5 Stücke zu spinnen. 1 Bind hatte eine Fadenlänge von 80 Metern. Also mußte aus Flachs täglich eine Fadenlänge von 3200 Metern bzw. aus Hede 2400 Meter gesponnen werden. Mädchen, die sehr tüchtig waren, hatten am Donnerstagabend ihr Soll erfüllt und durften den Rest der Woche für den eigenen Bedarf spinnen.

In den späteren Jahren entwickelte sich der Verdienst etwa so:

jährlich für den Großknecht für die Großmagd
um 1880/1885 40 Taler 15 bis Taler zzgl. Flachs
um 1897/1900 200 Mark ohne Flachs 90 Mark zzgl. Flachs
um 1913 300 Mark ohne Flachs 120 Mark zzgl. Flachs
um 1930 600 Mark ohne Flachs 500 Mark ohne Flachs



Der Arbeitstag

Einen wirtschaftlichen Aufschwung gab es in den Jahren nach 1880.
In Rahden war vorher noch kein Schlachter in der Lage, einen großen Bullen zu bezahlen. Zum Kauf derartiger Tiere mußte ein Schlachter aus Minden oder Lübbecke kommen, genauso auch für Schweine. Nur im Winter wurden die Schweine von einigen hiesigen Händlern geschlachtet und in größere Städte verkauft. Es häuften sich die Fälle, in denen Schweine wegen der Finnenkrankheit zurückgenommen werden mußten. Durch heutige hygienische Bedingungen gibt es diese Krankheit jedoch kaum noch.
Ein fettes Schwein kostete je 100 Pfund Schlachtgewicht 30 bis 40 Mark, ein Bulle 25 bis 30 Mark, ein neugeborenes Kalb 3 bis 6 Mark, ein tragendes Rind oder eine Milchkuh 120 Mark.
In dieser Zeit begannen die Händler, das Vieh nach Dortmund und Essen zu versenden. Dort wurde es durch einen Kommissionär verkauft. Mit dem Pferdefuhrwerk wurde es zum Bahnhof nach Lemförde gebracht.
Durch die Fertigstellung der Eisenbahnlinie Herford-Bassum im Jahre 1900 entwickelte sich in Rahden ein großer Viehversand.
Die Preise für Zuchtvieh stiegen an. Eine gute Kuh oder ein Rind kostete in diesen Jahren 350 Mark und um 1913 etwa 700 Mark. Für ein Pfund Butter waren vor 1900 etwa 50 bis 80 Pfennige und bis 1913 etwa 1 bis 1,20 Mark zu bezahlen. Eier kosteten im Sommer 3 Pfennige, im Winter 5 Pfennige, bis 1913 6 Pfennige und im Winter 10 bis 15 Pfennige.
Hierbei muß erwähnt werden, daß die Hühner im Winter keine Eier legten. Man mußte vorsorglich vom Sommer Eier aufbewahren. Zu diesem Zweck wurden die Eier mit der Spitze ins Korn gestellt. Sie mußten alle paar Tage gewendet werden. Teilweise wurden sie auch in Garantol oder in ein Wasserglas eingelegt.
Während der Inflation nach dem 1. Weltkrieg stiegen die Preise laufend. Am 23. November 1923, dem letzten Tag der Inflation, stieg der Preis für ein Ei auf 15 Millionen Mark. Ein Pfund Butter kostete 150 Millionen Mark.
Ein Landarbeiter, sogenannter Heuerling, wohnte in einem kleinen Haus, das im niedersächsischen Baustil errichtet war. Als Wohnung dienten ihm ein paar Zimmer. Die Stallungen befanden sich mit unter einem Dach und boten Platz für 2 bis 3 Kühe und ein paar Schweine. Dieses Anwesen wurde ihm zusammen mit 10 bis 14 Morgen (2,5 bis 3,5 ha) landwirtschaftlicher Nutzfläche von einem Bauern zur Miete und Pacht überlassen.


Heuerlingshaus der Familie Winkelmann um 1900

Der Mann war täglich auf dem Bauernhof beschäftigt und in den Arbeitsspitzen, wie beim Hacken oder den Erntearbeiten, half auch seine Frau mit am Hofe. Die zur Heuerlingsstätte gehörige Pachtfläche bearbeitete zum größten Teil die Frau mit den Kindern. Nur zu den Bestellungs- und Erntearbeiten blieb der Mann ein paar Tage zu Hause. Als Zugtiere spannte er seine Kühe an; nur zu größeren Arbeiten holte er sich ein Gespann vom Hofe. Als Gegenleistung für eine Pferdearbeitsstunde wurde eine Männerarbeitsstunde verrechnet.
Um 1880 betrug der Tagelohn 40 Pfennige und volle Kost. (Volle Kost waren im Sommer morgens um 6.00 Uhr und im Winter um 7.00 Uhr Morgenkaffee, um 9.00 Uhr ein zweites Frühstück, um 12.00 Uhr Mittagessen, um 15.30 Uhr Nachmittagskaffee, im Sommer während der Erntearbeit um 18.00 Uhr ein kleines belegtes Butterbrot und um 20.00 Uhr Abendbrot, im Winter um 18.00 Uhr oder 19.00 Uhr Abendbrot.

Der Tagelohn betrug um

1890 bis 1900 1 Mark
1924 2 Mark

Am Beispiel der Heuerlingsstätte im Langendamm (hinter Rosenbohm Nr. 49) im Jahre 1893 soll verdeutlicht werden, welche Leistungen der Heuerling als Miete und Pacht für das Haus und die Ländereien zu erbringen hatte. Die Miete für das Haus mit einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer, einem kleinen Zimmer, Diele mit Kochecke (insgesamt etwa 40 qm Wohnraum), Stall für 2 Kühe und 2 bis 3 Schweine sowie Geräteschuppen betrug 24 Mark. Für etwa 10 Morgen Acker und Wiese waren 100 Mark jährlich zu entrichten.
Für Miete und Pacht mußte der Heuerling also 124 Tage arbeiten. 1931 wurden das Entgelt für Haus und Ländereien bei Neuverpachtung auf 270 Mark und der Tagelohn auf 2 Mark gesetzt, das waren 135 Arbeitstage für Pacht und Miete. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Tagelohn in einen Stundenlohn in Höhe von 1 Mark umgewandelt. Die Pacht betrug 850 Mark jährlich.
Die Verdienstmöglichkeiten der Handwerker und Arbeiter waren ebenfalls sehr gering. Ein Bauhandwerker verdiente im Jahre 1862 täglich 60 Pfennige und vollständige Kost. Ein Vorarbeiter verdiente 75 Pfennige täglich. Es wurde von morgens 6.00 Uhr bis zum Sonnenuntergang gearbeitet. Im Jahre 1898 wurde um 20 Uhr Feierabend gemacht. Im Jahre 1920 strebte man schon den Achtstundentag an. Jeder Handwerker hatte eine kleine Landwirtschaft und verrichtete seine handwerkliche Arbeit nebenbei. Der Lebensstandard war gegenüber der heutigen Zeit vergleichsweise niedrig. Was man zur Ernährung brauchte, wurde selbst erzeugt, ebenso Leibwäsche, Bettwäsche, Kleider- und Anzugstoffe. Der Schneiderlohn betrug für einen Anzug 10 bis 20 Mark. Um 1880 stieg der Tagelohn eines Handwerkers auf 1 Mark mit Kost. Die Sozialversicherung (Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung) wurde etwa im Jahre 1890 eingeführt. Vorher versorgten die Gemeinden Unterstützungsbedürftige.

In den späteren Jahren entwickelte sich der Lohn etwa so:
Um 1900 betrug der Tagelohn 2 Mark und volle Kost,
um 1914 3,50 Mark und volle Kost.
Um 1930 betrug der Stundenlohn 90 Pfennige ohne Kost.

Der Arbeitstag begann an Sonn- und Arbeitstagen im Sommer um 5 Uhr, im Winter um 6 Uhr. Die Knechte und Mägde wurden von dem Bauern geweckt. Der erste Knecht fütterte und putzte die Pferde, der zweite fütterte das Rindvieh. Die Mägde besorgten das Melken. Die Hausfrau machte das Feuer an und sorgte für die Morgenmahlzeit. Eventuell half sie auch noch beim Melken. Dann mußte ein Mädchen die Milch zum Entrahmen über die Zentrifuge drehen und mit der entrahmten Milch die Kälber tränken. Das andere Mädchen fütterte die Schweine. Die Hausfrau sah überall nach dem Rechten und half, wo es nötig war.
Das Viehfüttern, Melken und Milchverarbeiten wurde täglich dreimal besorgt, zwischen 5 und 6 Uhr, 11 und 12 und 19 und 20 Uhr. Bis drei Wochen nach dem Kalben wurde jede Kuh täglich viermal gemolken. Die beiden Mädchen wechselten sich wöchentlich mit den Arbeiten ab.


Heuernte (Steinkamp)

Nach dem Morgenkaffee verrichteten die Mädchen zuerst die täglich anfallenden Hausarbeiten, wie Geschirrspülen, Fegen und Bettenmachen, danach je nach Jahreszeit verschiedene Arbeiten: im Winter Spinnen, in den anderen Jahreszeiten Garten- oder Feldarbeiten, wie Kartoffeln pflanzen, Möhren und Rüben hacken und verziehen, Heu- und Kornernte und im Herbst die Kartoffel- und Rübenernte. Bei diesen Arbeiten halfen auch die Heuerlingsfrauen. Auch die Arbeit der Männer entsprach der Jahreszeit. Sie wurde aber gemeinschaftlich verrichtet; zum Beispiel Mist auf den Wagen laden, aufs Feld fahren, verstreuen und unterpflügen oder hacken, Torf stechen und verarbeiten, Heu und Korn ernten, usw.. Immer waren mehrere Personen zusammen, wobei es oft sehr vergnüglich zuging.


Erntepause

Die Wohnung der ländlichen Bevölkerung

Um 1900 lebte die ländliche Bevölkerung mit dem Vieh unter einem Dach. Kam man durch die große Einfahrtstür - Niendürn- auf die Deele, lagen rechts und links an den Außenwänden die Viehställe. Die Krippen befanden sich längs der Deele. Das Rindvieh wurde durch ein Gitter, Schössel genannt, im Stall gehalten. Das Milchvieh war zusätzlich angebunden und konnte durch die Schössel das Futter von der Deele nehmen. Etwas größere Höfe hatten für die Pferde und das Jungvieh zusätzlich ein Gebäude angebaut, das kleine Hus, "Lütkes Hus" genannt.
Quer zur Deele lag der Flur ( Flett ), der an beiden Seiten einen Ausgang ins Freie hatte ( Sietdürn = Seitentür ). In der Mitte befand sich die Feuerstelle. Gekocht wurde über offenem Feuer. Die Töpfe aus Gußeisen oder Kupfer hatten Bügel, mit denen sie an verstellbaren Haken über dem Feuer aufgehängt wurden und je nach benötigter Wärme dicht über das Feuer oder höher gehängt werden konnten. Gebacken wurde im Steinbackofen, der an ein kleines Gebäude ( Backs oder Spieker = Speicher ) angebaut war und von dort mit Holz - vorwiegend Reisig - beheizt wurde.


Haupthaus Museumshof Rahden
ehem. Balkmannsches Haus (früher auf dem heutigen Anwesen Wietelmann)

An der Giebelwand lagen meist drei Räume. Der größte Raum diente als Wohnzimmer. Der Ofen im Wohnzimmer wurde vom Flett aus mit Holz und Torf beheizt. Vor 1900 gab es in der ländlichen Gegend kaum Schornsteine. Der Rauch des offenen Feuers sowie des Stubenofens zog über die Deele ins Freie und machte zugleich die Fleischwaren haltbar, die im Flett unter der Decke hingen.
Das Wohnzimmer war der Aufenthaltsraum für die ganze Familie und auch für die Dienstboten. Hier wurden in der kalten Jahreszeit die Mahlzeiten eingenommen und allerhand Arbeiten verrichtet, wie Spinnen und Weben der Frauen oder Körbe flechten, was meist der ältere Bauer in den Wintermonaten erledigte. Wurde es wärmer, aß man im Flett und verlegte auch die Arbeiten dorthin. In der Stube hinter dem Ofen stand meist ein Ohrensessel. Das war der Platz des Altbauern. Von dort konnte er durch ein kleines Fenster die Arbeiten im ganzen Haus beobachten. Der Jungbauer und der Knecht mußten an den Winterabenden so viele Besen aus Birkenreisern binden, daß man das ganze Jahr genügend zum Fegen hatte.
Als Beleuchtung dienten Öllämpchen. Später kamen Petroleumlampen auf, wahrscheinlich um 1850. Um 1900 legte man in geschlossenen Ortschaften als Straßenbeleuchtung und in öffentlichen Betrieben Gaslampen an.
1912 baute die Nike (Niedersächsisches Kraftwerk) die elektrische Hochspannung von Osnabrück nach Rahden durch Sielhorst. Einige zentral gelegene Höfe wurden sofort an das Stromnetz angeschlossen, andere abgelegene Höfe folgten erst nach 10 bis 20 Jahren, manche sogar erst nach dem Zweiten Weltkrieg.


Spinnstube um 1900

Ein zweites Zimmer war das Schlafzimmer des Bauern und der Bäuerin mit den Kindern, sofern sie noch klein waren.
Der dritte Raum war parallel zum Flett nochmals durchteilt. Den Raum am Flett nannte man "die kleine Stube". Der hintere Raum war das Schlafzimmer der größeren Kinder oder des jungen Ehepaares. Kam einmal Besuch, zogen sich der Bauer und die Bäuerin mit dem Besuch in die kleine Stube zurück.
Für die Mägde und Knechte waren kleine Schlafräume, meist in Verlängerung der Viehställe, vorhanden.
Kleine Betriebe, die ohne fremde Hilfe auskamen, verfügten meist nur über drei Wohn- und Schlafräume, deren größter ca. 16 bis 20 Quadratmeter maß, der kleinste war 6 bis 9 Quadratmeter groß.
Der Fußboden in den Zimmern bestand aus Holz. Es kam aber auch vor, daß der kleinste Raum Lehmfußboden hatte.
Im Flett wurde der Fußboden mit kleinen Kieselsteinen gepflastert, die zu Mustern zusammengelegt waren. Jeden Morgen, wenn Stube und Flett gefegt waren, wurde etwas angefeuchteter weißer Sand ausgestreut, wobei geschickte Personen Muster entstehen ließen. Der eingestreute Sand bewirkte, daß der an den Holzschuhen von draußen oder aus dem Stall hereingetragene Schmutz sich nicht am Fußboden festsetzte und sich beim Fegen besser entfernen ließ.
Bei größeren Zusammenkünften der Verwandtschaft wurden zum Essen Tische und Bänke auf die Deele gestellt, da nur wenig Wohnraum vorhanden war. Die Tische und Bänke bestanden aus über Dreibeinböcke gelegten Brettern . Die Tische wurden mit selbstgefertigten handgewebten Tischtüchern bedeckt.


Familienfeier mit Lehrer Pohlmann

Ernährung und Vorratshaltung um 1900

Die Menschen waren durchweg auf Selbstversorgung angewiesen. Gekauft wurden nur Zucker, Salz, Gewürze, Reis, Tabak und Schnaps, aber das nur in bescheidenem Maße. Zigarrenrauchen konnten sich nur die besser Gestellten leisten. Der normale Bürger rauchte Pfeife oder Muts, während die weniger Bemittelten Kautabak oder Rülken priemten. Zucker war vorwiegend in Hutform zu 10 Pfund im Handel. Wollte man weniger, teilte der Kaufmann beliebig viel mit dem Hammer davon ab. Kandiszucker gab es auch. Feiner Zucker und Würfelzucker waren vor dem ersten Weltkrieg nicht im Handel. Jede Familie besaß eine Zuckerzange, um den Zucker in kleine Stücke teilen zu können.
Das Brot wurde im eigenen Backofen gebacken, der an ein kleines Gebäude, den Backs oder Spieker, angebaut war und aus Steinen bestand. Das Mehl war aus eigenem Korn, das man in der vom Wind angetriebenen Mühle mahlen ließ. Im Spieker standen ein Tisch und ein Backtrog. Das war oft ein flachliegender ausgehöhlter Baumstamm. Sollte gebacken werden, wurden am Abend vorher etwa 100-200 Pfund feines Roggenschrot in den Backtrog geschüttet und ein Teil mit warmem Wasser angerührt. Dieser Teig blieb etwa 20 Stunden zugedeckt zum Säuern stehen. Am nächsten Morgen wurde im Backofen das Feuer angemacht und so lange mit Holz (vorwiegend Strauch) geheizt, bis die Steine rotglühend waren. Nachdem die Holzkohlen verglüht waren, mußte der Backofen gesäubert werden. Die Asche und noch vorhandene Holzkohlen wurden mit einem Spezialkratzer herausgezogen. Der verbliebene Rest wurde mit einem groben dicken Tuch, das an einem langen Stiel befestigt war und wiederholt ins Wasser getaucht wurde, aus dem Ofen entfernt.
Inzwischen mußte der im Backtrog gesäuerte Teig mit dem restlichen Mehl und etwas Salz verknetet und auf dem Tisch zu Broten geformt sein. Auch wurde etwas Weiß- und Mischbrot mitgebacken. Während das Schwarzbrot 20-24 Stunden im Ofen blieb, mußte das Weiß- und Mischbrot nach etwa zwei Stunden herausgezogen und der Ofen wieder fest verschlossen werden. Zu besonderen Anlässen, wie Feiertagen oder wenn Besuch kam, wurden in dem Backofen auch Platenbutterkuchen und Topfkuchen gebacken und Fleischstücke gebraten.
Als Getränk wurde statt Kaffeebohnen Gerste oder Roggen gebrannt und unter Zusatz von Zichorie wie Kaffee aufgebrüht. Die Zichorie, eine Wurzelart, wurde selbst angebaut, im Herbst geerntet, gesäubert, in kleine Stücke geschnitten, und getrocknet. Zur Weiterverarbeitung wurde sie dann in einen dafür eingerichteten Betrieb gebracht und zu einer dunkelbraunen, pulverartigen Masse verarbeitet, in 20 cm lange und 4 cm dicke Rollen gepreßt und in Papier verpackt, in sogenannte Päcksken.
Des Abends wurde Magermilch oder dicksaure Magermilch als Getränk gereicht. Beliebt war auch Magermilch mit Quark als Einlage. Als es noch keine Zentrifuge gab, die wohl erst um 1900 bekannt wurde, stellte man die Milch in flachen Schüsseln, sogenannten Setten, in einen speziell dafür eingerichteten Schrank, den "Molkenschap". Nach einigen Stunden oder über Nacht, hatte sich die Sahne oben abgesetzt. Dann wurde die Sahne abgenommen und zu Butter weiterverarbeitet. Die Magermilch wurde zum Teil im Haushalt und als Viehfutter verbraucht. In der kühleren Jahreszeit gab es oft in Milch gekochte Hafergrütze.
Die Hafer- und Gerstengrütze stellte man selbst her. In jeder Gemeinde besaß jemand eine sogenannte Quern. Das war ein von Hand angetriebener Apparat, mit dem man die Schalen von dem Kern abriffeln konnte. Man meldete sich dort an und bekam eine Zeit zugeteilt. Da man gleich 30-50 Pfund verarbeiten wollte, war es mühsam und zeitraubend, bis man zum Schluß die Kerne von den Schalen getrennt hatte.
Jeder baute so viele Erbsen, dicke Bohnen und weiße oder Fitzebohnen an, daß er das ganze Jahr damit auskam. Auch die Saat wurde jedes Jahr davon genommen. Die reifen Samenkörner wurden trocken und luftig verwahrt und dienten das ganze Jahr hindurch der Ernährung.
Grüne Erbsen und dicke Bohnen gab es nur im Sommer als Gemüse, da man vor 1900 das Einkochen noch nicht kannte. Die grünen Bohnen wurden, wenn man sie nicht frisch verwendete, für die ganze Jahreszeit in Holz- oder Tonfässern - fein geschnitten und mit 1 Pfund Salz auf 10 Pfund Bohnen - solange gestampft, bis sich eine Flüssigkeit zeigte, dann mit einem Leinentuch, einem Brett und Steinen beschwert, bedeckt. Nachdem diese Bohnen einen Gärungsprozeß durchgemacht hatten, waren sie kochfertig. Die Abdeckung mußte von Zeit zu Zeit sauber abgewaschen werden. Desgleichen wurde auch Weißkohl zu Sauerkraut verarbeitet, aber da nahm man auf 100 Pfund Kraut nur 1 Pfund Salz. Diese Gemüse galten als besondere Festessen.
Die eingesäuerten Gemüse wurden mit Kochmettwurst und geräuchertem Schweinekopf oder Rückenstücken gekocht und waren den Sonn- und Feiertagen vorbehalten.
Ein Teil Weißkohl und Rotkohl wurde im Garten mit Gestrüpp und Erde bedeckt, um auch im Winter versorgt zu sein. Grünkohl überwinterte im Freien. Möhren und Steckrüben wurden in Mieten überwintert und dienten außer zur menschlichen Ernährung auch als Viehfutter.
Die Mittagsmahlzeiten an Werktagen bestanden meist aus Eintopfgerichten wie Erbsensuppe, weiße Bohnensuppe, Graupensuppe, und verschiedenen Gemüsesuppen. Es gab auch mal Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln mit einer Öltunke und Salz. Dazu aß man entweder rohen Speck oder Leberwurst und dazu Backobst, Gurken oder rote Beeten.
Abends wurde der Rest Eintopf vom Mittag aufgewärmt. Aus Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln wurden abends Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat zubereitet und Milch oder Milchsuppe gereicht.
Die verschiedenen Suppen wurden mit Holzlöffeln gegessen. Die Eßlöffel, Rührlöffel, Schöpflöffel (Schlefe) sowie Mollen, Schüppen, Tröhen (Schöpflöffel) für das Schweinefutter, auch kleine und große Spulen, die beim Weben zur Herstellung des Leinens gebraucht wurden, hatte man im Nebenerwerb hergestellt. Kiepenkerle brachten diese Gegenstände bis Bünde oder Löhne, um sie dort zu verkaufen oder gegen Flachs einzutauschen. Um 1920 gab es noch ältere Leute, die nur mit einem Holzlöffel aßen und es ablehnten, mit einem Metallöffel zu essen. Sie sagten, damit verbrenne man sich die Lippen.
Sollte Pfannkuchen gebacken werden, wurde ein eisernes Dreibeingestell mit einem Halter über das Feuer gestellt, die Pfanne darauf gestellt und der Pfannenstiel in den Halter gelegt. Wo auf mageren Böden der Weizen nicht wuchs, wurde Buchweizen dafür angebaut. Auch Reibekuchen wurde gebacken. Dafür verwendeten sie neben Schweineschmalz und Rindertalg Rüböl. Der Rübsen wurde im eigenen Betrieb angebaut und der Samen zur Ölverarbeitung in die Ölmühle gebracht. Auch Leinsamen wurde außer für die Saat zu Öl verarbeitet. Leinsamenöl wurde zum Anstreichen gebraucht.
Ein Spezialgericht war und ist noch der Pickert, ähnlich dem Reibekuchen. Die Kartoffelmasse wurde in einem Leinentuch ausgepreßt, mit etwas Milch, Mehl, Eiern und Salz vermischt und auf dem Kastenofen in der Stube gebacken.
Der Ofen hatte eine rechteckige Form und war je nach Zimmergröße etwa 40-50 cm breit, 50-70 cm lang und 50-60 cm hoch. Er wurde aus gußeisernen Platten zusammengesetzt, die rundherum Motive zeigten, wie zum Beispiel ein springendes Pferd. Die obere Platte war glatt. Das eine Ende des Ofens war in 50 cm Höhe vom Fußboden in die Wand zum Flett eingebaut und von dort zu beheizen. Das andere Ende stand auf einem der Breite entsprechenden Fuß. Seitlich, mehr in der Mitte, befand sich eine Röhre, die mit zwei kleinen Türen geschlossen werden konnte. In 10 cm Abstand von der oberen Platte war rund um den Ofen eine Messingstange als Schutz angebracht und auf jeder Ecke ein Messingknopf als Zierde.
Wollte man Pickert backen, wurde die Platte mit Rindertalg eingerieben, die Kartoffelmasse etwa ½ bis 1 cm dick darauf gestrichen und von beiden Seiten braun gebacken. Vor dem Umdrehen wurde der Pickert in handliche Stücke geteilt und bei Tisch mit Butter bestrichen und heiß gegessen.
Geschlachtet wurde nur im Winter, möglichst bei Frostwetter. Dazu kam der Schlachter zur festgesetzten Zeit ins Haus. Dann mußte das Wasser (75-100 Liter je Schwein), das zum Brühen gebraucht wurde, kochen. Der Schlachter besorgte das Schlachten, Abbrühen und Säubern. Dabei brauchte man eine andere Person für Handreichungen. Nachdem das Tier ausgekühlt war, kam der Schlachter ein zweites Mal, um es zu zerlegen und einzusalzen. Zuvor mußte es vom Fleischbeschauer untersucht und abgestempelt sein.
Das Wursten wurde am nächsten Tag von den Frauen selbst verrichtet, die sich in der Nachbarschaft oder Verwandtschaft gegenseitig halfen. Häufig half auch einer der Männer, um das Fleisch durch den Wolf zu drehen. Es wurden Mettwurst, Blutwurst und Sülze als Aufschnitt, runde Mettwurst zum Kochen, Mehlblutwurst, Leberwurst und Mehlgehirnwurst als Beigabe zu Eintopf mit Speck hergestellt, was bei einigen Sorten aber nur beschränkt möglich war.
Speckseiten, Backen vom Schweinekopf, Rippen und Vorderbein wurden 8-14 Tage, Schinken 5-6 Wochen gesalzen, dann abgewaschen und zum Räuchern aufgehängt. Eisbein, Pfötchen, Ohren und Fleischstücke mit Knochen vom Rind wurden mit Salzwasser übergossen und in Pökellake gelegt. Im Steintopf mit Talg zugegossene Bratenstücke hielten sich eine bestimmte Zeit, desgleichen in Buttermilch gelegte Fleischstücke für Sauerbraten. Die Buttermilch mußte wöchentlich erneuert werden.
Stippgrütze nannte man in Wurstbrühe gekochte Gerstengrütze mit Fleischresten, die mit Gewürzen und Salz abgeschmeckt waren. Stippgrütze wurde heiß zum Abendbrot gegessen. Klumpen oder Wöpkenbrot bestand aus zur Hälfte aus Blut und Brühe, aus Fleischresten, Speckstücken, Grieben, Gewürz, Salz und grobem Roggenmehl. Das alles wurde zu festem Brei verknetet, in dicke ovale Kugeln geformt, in kochendes Wasser gelegt und 1 Stunde gekocht. Später nahm man weite Pergamentdärme, dann brauchte die Masse nicht so fest zu sein. Klumpen gab es zum Frühstück. Es wurde entweder in Scheiben geschnitten, geröstet und heiß mit Pflaumenmus oder Rübenkraut bestrichen gegessen oder in kleine Stücke geschnitten in der Pfanne mit Apfelscheiben gedünstet.
Obst: Es galt, das im Sommer anfallende Obst haltbar zu machen. Birnen wurden meist geschält, je nach Größe halbiert, geviertelt oder die kleinen Sorten auch ganz belassen im Steinbackofen auf Holzrosten getrocknet, desgleichen auch Pflaumen und Äpfel. Birnen-, Apfel- und Pflaumenbackobst - gemischt zu Kompott gekocht - war eine beliebte Beigabe zu jedem Festessen.
Ein Großteil Pflaumen wurde auch zu Pflaumenmus verarbeitet und als Brotaufstrich verbraucht. Von den ersten grünen Äpfeln bereitete man Gelee, was sich in zugebundenen Gläsern über längere Zeit hielt.
Äpfel, die zum Aufbewahren bestimmt waren, wurden im dunklen Keller auf Bretter oder Holzroste gelegt oder in Torfmull verpackt.
Auch zur Weinbereitung wurden Äpfel, doch vorwiegend Johannisbeeren und Stachelbeeren gepreßt, da das mit einer kleinen Handpresse nicht so schwierig war und man auf einen Liter Saft noch zwei Liter Wasser nehmen konnte.
Als um 1900 das Einkochen bekannt wurde, änderte sich bei der Vorratshaltung vieles. Obst und Gemüse wurden durch Einkochen haltbar gemacht und Fleisch mit Brühe, verschiedene Braten, saure Rollen usw. eingekocht. So hatte man auch im Sommer frische Nahrungsmittel, während zuvor nur geräucherte Fleischwaren zur Verfügung standen. Noch besser wurde es, als das Einfrieren bekannt wurde.
Es wurde viel Saft gekocht und in Flaschen haltbar gemacht. Von Himbeeren, Johannisbeeren, wildwachsenden Brombeeren und Holunderbeeren gemachte Säfte fanden - bei Erkältung heiß getrunken - besonders für die Kinder viel Verwendung.
Auch verschiedene Blüten und Kräuter für die Teezubereitung wurden gesammelt und getrocknet. Lindenblütentee und Holunderblütentee trank man bei Erkältung, weil sie schweißtreibend waren. Kamillentee wirkte schmerzlindernd und heilend. Getrocknetes Kamillenstroh sowie Heusamen als Zusatz bei Dampfbädern wirkten schmerzlindernd.
Diese Methoden wurden auch bei krankem Vieh angewandt. Tee von Eichenrinde wurde bei Rindvieh gegen Durchfall, Schweineschmalz mit Zwiebel gegen Aufblähen, gegeben.
Den Tierarzt holte man nur in schweren Fällen.


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Auf dem Bauernhof

Ausfahrt mit der Kutsche

Dreschmaschine

Ernte

Ernte

Ernte

Ernte mit Bindmäher1

Ernte mit Bindmäher2

Erntearbeit

Familienfeier1

Familienfeier mit Pohlmann

Feldarbeit

Feldarbeit

Frauen in Rahdener Tracht

Heuernte

Hof Petring

Holzzerkleinern auf dem Hof

Hühnerhof

Kartoffelernte

Kiepenkerl

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